Injury-Recall-Therapie

Wenn sich der Körper an alte Verletzungen erinnert

Injury-Recall-Therapie in München –
Wenn sich der Körper an alte Verletzungen erinnert

Alte Verletzungen oder Traumata können unser Nervensystem auch Jahre später noch belasten – selbst wenn äußerlich alles verheilt ist.

In meiner Praxis in München nutze ich gerne die Injury-Recall-Therapie (IRT), die sich meiner Erfahrung nach für viele Patient:innen als echter Gamechanger erwiesen hat. Liegt im Sinne der Applied Kinesiology eine Injury-Recall-Situation vor, können die damit verbundenen tief gespeicherten Fehlsteuerungen gezielt behandelt werden. Die Methode kommt vor allem bei Beschwerden am Bewegungsapparat zum Einsatz – etwa bei Rücken-, Nacken- oder Gelenkschmerzen. Auch bei Sportler:innen kann sie sinnvoll sein, wenn Bewegungsabläufe nach Verletzungen nicht so effektiv funktionieren wie gewünscht und die Leistungsfähigkeit darunter leidet. Stoffwechsel- oder emotionale Themen können ebenfalls behandelt werden.

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Was ist ein Injury-Recall-Trauma? - Injury-Recall-Therapie – was steckt dahinter

In dieser Praxis werden Sie über kurz oder lang dem Begriff Injury-Recall-Therapie (IRT) begegnen. Und ich sage es gleich ganz offen: Diese Therapie gehört zu den wenigen Dingen, die ich – bildlich gesprochen – mit auf eine einsame Insel nehmen würde.

Die IRT ist eine spezielle Methode aus der funktionellen Medizin, mit der ich anhaltende Folgen von Verletzungen funktionell behandeln kann. Dabei betrachte ich Verletzungen ganzheitlich: auf mechanischer, biochemischer und emotionaler Ebene. Manche Erlebnisse hinterlassen tiefgreifende Spuren – nicht sichtbar, aber spürbar.

Diese Spuren nennen Therapeuten, die mit Applied Kinesiology behandeln, Injuries.

Wenn alte Verletzungen das Nervensystem stören - Wie Injuries Fehlsteuerungen im Nervensystem auslösen

Auch längst vergangene Ereignisse können sie Spuren im Nervensystem hinterlassen, die funktionelle Abläufe beeinflussen. Im Modell der Injury-Recall-Therapie können solche Spuren wie ein kleiner Steuerungsfehler im System wirken.

Solche Injury-Recall-Muster können über die funktionelle Muskeltestung sichtbar gemacht werden. Denn bei aktiven Injuries sind bestimmte Muskeln im Sinne der Applied Kinesiology nicht mehr zuverlässig ansteuerbar – sie funktionieren im Alltag nicht mehr so zuverlässig, wie sie sollten. Patient:innen knicken häufiger um, ihre Körperhaltung wird schief, sie bekommen Rückenschmerzen oder können beim Sport bestimmte Bewegungen nicht mehr sauber ausführen. Selbst gezieltes Training führt dann nicht immer zur gewünschten Verbesserung.

Anmerkung: Die Beschreibung der Muskelfunktion entspricht der Nomenklatur der Applied Kinesiology und unterscheidet sich grundlegend von der klassischen neurologischen Untersuchung oder Kraftgradmessung.

Skizze eines schiefen menschlichen Skeletts mit muskulärer Dysbalance bei Injury-Recall-Trauma, Praxis für ganzheitliche Medizin Dr. Stephanie Joerges. IRT-Ausbildung bei Dr. Martin Brunch, Dieter Becker, Dr. Hans Garten und intensiver fachlicher Austausch mit Dr. Lars Kurvin, Privatpraxis am Englischen Garten
AK-Testung

Ursachen von Injury-Mustern - warum sie mehr sind als Narben

Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Manche Menschen erleiden klassische mechanische Verletzungen wie Schleudertraumata, Knochenbrüche, Operationen oder ein Umknicken des Fußes. Andere tragen Narben, die äußerlich verheilt sind – und trotzdem noch stören.

Auch emotionale Erlebnisse können solche „Injuries“ verursachen.

Und selbst biochemische Belastungen – etwa durch Infekte, Entzündungen, Schwermetall- oder andere Stoffwechselbelastungen – können im Sinne der Injury-Recall-Therapie eine Rolle spielen.

Besonders tief wirken sogenannte „Nichts-geht-mehr-Situationen“: Situationen, in denen der Körper weder mit Flucht noch mit aktiver Gegenwehr reagieren kann. Notoperationen, Narkosen oder medizinische Notfälle können mit solchen Erstarrungsreaktionen verbunden sein und im Rahmen der Injury-Recall-Therapie als relevante Belastung auffallen.

Wie funktioniert das? Wenn alte Verletzungen das Nervensystem stören

Unser Körper funktioniert wie eine sensorische Maschine mit einem Motor-Output – ähnlich einem Smart-Home-System. Über Sensoren an Muskeln, Gelenken und Gewebe erhält das Gehirn kontinuierlich Informationen darüber, wie wir uns im Raum befinden und bewegen. Selbst mit geschlossenen Augen können wir so aufrecht bleiben oder rennen.

Doch alte Narben, Verletzungen oder Trauma-Erfahrungen können diesen sensiblen Informationsfluss stören. Im Modell der Injury-Recall-Therapie können dadurch veränderte Informationen in der „Zentralsteuerung Gehirn“ ankommen und sich auf die Ansteuerung von Muskeln auswirken. Das kann sich in Fehlhaltungen, Instabilitäten, Schmerzen oder ungeklärten Bewegungseinschränkungen zeigen.

„God may forgive your sins,
but your nervous system won’t!“
— Alfred Korzybski, Ingenieur und Autor

Injury-Recall-Therapie – wie wird behandelt?

Ist ein Injury-Muster erkannt, wird die betroffene Region gezielt behandelt. Je nach Befund kommen dabei verschiedene Techniken zum Einsatz, wie Akupunktur, Tapping, Augenbewegungen, Chirotherapie, osteopathische und manuelle Techniken, Bewegungsübungen sowie andere ganzheitliche Ansätze.

Wann ist eine Injury-Recall-Therapie sinnvoll?

Die Injury-Recall-Therapie ist kein Allheilmittel – aber sie ist oft der fehlende Baustein, wenn sich trotz intensiver Suche keine klare Ursache für Beschwerden finden lässt oder diese sich trotz guter physiotherapeutischer Betreuung oder gezielten Trainings nicht nachhaltig bessern.

Viele Patient:innen berichten nach der Behandlung von teils verblüffenden Veränderungen – etwa dass sie wieder gerader stehen, sich Schulter oder Gelenke freier bewegen, Rücken- oder Gelenkschmerzen verschwinden, Sport wieder besser möglich ist oder sich auch innere Anspannung und belastende Themen deutlich bessern.

Was sind typische Beschwerden, die die mit einem Injury-Recall-Trauma zusammenhängen können? Beispiele aus meiner Praxis

Hier finden Sie Beispiele für typische Symptome oder Beschwerdebilder, wie ich sie oft in meiner Praxis für ganzheitliche Medizin in München sehe: 

Beispiel aus der Praxis – wenn die linke Kurve plötzlich klappt

Eine Patientin kam mit chronischen Rückenschmerzen, Instabilität im linken Bein und der Beobachtung, dass sie beim Skifahren in Linkskurven deutlich unsicherer war. Auch gutes Training, Osteopathie und manuelle Therapie hatten bisher nicht geholfen.

In der Testung fanden wir eine ganze Reihe von Muskelstörungen – vor allem im Bereich des linken Sprunggelenks, der Beckenmuskulatur und der rumpfstabilisierenden Muskulatur. Als relevanter Zusammenhang zeigte sich eine alte Beckenverletzung aus der Kindheit, die im Sinne eines Injurien noch aktiv war

Nach wenigen Injury-Recall-Behandlungen war die Veränderung in diesem Fall deutlich: Die Patientin konnte wieder sicher über unebenes Gelände laufen, die Skikurven wurden gleichmäßig, das Becken stabilisierte sich. Die Rückenschmerzen verschwanden.

Hausaufgaben nach der Injury-Recall-Behandlung

Nach der Injury-Recall-Behandlung erhalten meine Patientinnen und Patienten gezielte „Hausaufgaben“, um den Behandlungserfolg zu unterstützen und zu stabilisieren. Hierfür empfehle ich oft das Tapping Video, welches Sie auf meinem YouTube-Kanal finden. 

Hintergrund zum Trauma-Tapping-Video: Ein Video aus Erfahrung – mit Musik, Bewegung und Herz

Lange Zeit habe ich meinen Patient:innen das englischsprachige Trauma-Tapping-Video von Ulf Sandström, einem schwedischen Traumatherapeuten und Musiker, empfohlen.

Inspiriert davon, aber angepasst an meine Erfahrungen und Patient:innen hier in der Praxis, habe ich schließlich ein eigenes Video aufgenommen – gemeinsam mit Domenic Redl, einem Musiker, der das Video für mich komponiert hat. Es basiert auf den Grundprinzipien der Technik von Ulf Sandström, enthält aber zusätzliche Elemente, die ich in meiner Arbeit als besonders hilfreich erlebt habe.

Das Video ist auf Deutsch, dauert ca. 2:20 Minuten und richtet sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen. Es ist rhythmisch, eingängig, hat einen lustigen Text – und macht einfach Spaß.
Viele meiner kleinen Patient:innen führen es stolz zu Hause mit ihren Eltern auf. Manche tanzen es mir sogar in der Praxis vor.

Injury Recall bei anhaltenden Beschwerden nach Verletzungen – könnte das Ihr Thema sein?
Ein sogenanntes Injury-Recall-Trauma kann unbewusst im Nervensystem gespeichert bleiben – etwa nach einem Unfall, einer Operation, Narkose oder einer scheinbar harmlosen Verletzung. Wenn Schmerzen, Verspannungen oder funktionelle Beschwerden auch lange nach dem Ereignis bestehen, lohnt sich der Blick auf mögliche Regulationsblockaden.
Vereinbaren Sie gern einen Termin – wir prüfen individuell, ob ein Injury-Recall-Trauma in Ihrer Situation eine Rolle spielen könnte und wie wir es lösen können.